Projektil-Gierwinkelmesssystem
Optisches Prüfsystem zur Erfassung der Projektilausrichtung unmittelbar vor dem Auftreffen auf Schutzmaterialien.
Beschreibung
Das Projektil-Gierwinkelmesssystem erfasst die Ausrichtung eines Geschosses kurz vor dem Kontakt mit dem Schutzmaterial. Für belastbare Schutzprüfungen muss das Projektil möglichst achsnah auf die Probe treffen, damit die kinetische Energie im vorgesehenen Prüfzustand eingebracht wird.
Die Messstation wird in der Nähe des Prüfmusters eingerichtet. Nach jedem Aufbau wird die Flugbahn mit einem Referenzseil eingemessen. Im Messbetrieb werden zwei Projektilansichten erfasst und gegen diese Referenz ausgewertet.
Messprinzip
Unter gedimmten Lichtbedingungen löst das optische Triggertor beim Durchflug des Projektils zwei Kurzzeitblitze aus. Die Schattenbilder erscheinen auf reflektierenden Zielfolien, werden von zwei rechtwinklig zueinander angeordneten Digitalkameras aufgenommen und an den Auswerte-PC übertragen.
Die Software verknüpft die beiden Einzelwinkel α und β mit der kalibrierten Flugbahn. Daraus entsteht der dokumentierte Projektil-Gierwinkel für die Bewertung der Auftreffbedingungen.
Anwendungsbereiche
- Gierwinkel-Kontrolle bei Schutzmaterialprüfungen nach NIJ, STANAG, VPAM und PTI
- Ballistische Prüfstände für Einzelgeschossmessungen ohne Leuchtspur
- Vorbereitung und Dokumentation definierter Auftreffbedingungen
- Messung kleiner Projektilwinkel im Geschwindigkeitsbereich 10–1800 m/s
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